Farm Trans und Nachhaltigkeit: Interview mit Tjaco Joon – Geschäftsentwicklung
21 | 01 | 2025
„Wir möchten wachsen, aber auf verantwortungsvolle Weise.“
Dieses Interview stammt aus dem Farm Trans Sustainability Report 2023. Den vollständigen Nachhaltigkeitsbericht finden Sie auf unserer Nachhaltigkeitsseite.
Nur ein Transporteur von Lebensmitteln, der seinen Kunden „Kilometer“ verkauft? Oder lassen wir uns von unserem Motto „Driving Food Forward“ inspirieren, um den nächsten Schritt zu gehen: die gesamte Lieferkette zu optimieren und nachhaltiger zu gestalten? Diese Frage hat sich Tjaco Joon aus dem Bereich Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr gestellt. Die Antwort fällt erwartungsgemäß eindeutig aus …
Wie bringt Farm Trans seine Wachstumspläne mit seinen Nachhaltigkeitszielen in Einklang?
„Unser Ziel ist klar: Wir möchten der weltweit führende Spezialist für den Transport von Lebensmitteln werden. Gleichzeitig sind wir uns unserer Umwelt und der Auswirkungen, die wir auf sie haben, bewusst. Wir möchten wachsen, aber auf verantwortungsvolle Weise. Dazu investieren wir in nachhaltigere Transportmittel wie Elektro-Lkw. Aber einfach nur mehr Fahrzeuge und Kilometer zu „verkaufen“, wird uns nicht helfen, unsere Ziele zu erreichen. Es braucht mehr. Gemeinsam haben wir eine Strategie entwickelt, die unsere Marktkenntnisse, Erfahrung im Bereich Lebensmitteltransport und intelligente IT-Systeme kombiniert. Unser Ziel ist es, unsere Kunden zu entlasten und den Logistikbetrieb durch Lieferkettenintegration noch effizienter zu gestalten. Dies wird auch als Fourth Party Logistics (4PL) bezeichnet. Wenn wir für die Lieferkette verantwortlich sind, können wir die gesamte Logistikkette verwalten.“
Was bedeutet 4PL in der Praxis für Farm Trans und seine Kunden?
„Wir werden mit Lieferkettenpartnern zusammenarbeiten, um unsere Dienstleistungen noch stärker auf die logistischen Anforderungen unserer Kunden abzustimmen. Dazu gehört zum Beispiel das Verpacken und Lagern von Produkten, aber vor allem geht es um einen effizienteren Transport. Von unserem ,Kontrolltower‘ aus gestalten wir die Abläufe beim Ein- und Ausgang transparenter, sodass wir Warenströme nach Möglichkeit konsolidieren können. Dadurch werden ,leere Kilometer‘ reduziert. Warum nur Kartoffeln an eine Fabrik liefern, wenn noch Platz für andere Waren ist? Und warum leer zurückfahren, wenn wir das fertige Produkt mitnehmen könnten? Das Ziel ist nicht, mehr Kilometer für Farm Trans zu machen. Je nach Anforderungen des Kunden wählen wir die effizienteste, schnellste oder umweltfreundlichste Option.“
Wie weit ist Farm Trans mit der Einführung von 4PL und was sind die Herausforderungen?
„Wir haben unsere Pläne im Dezember 2023 unseren verbundenen Unternehmen vorgestellt und sie mit mehreren Kunden getestet. Die Resonanz war positiv, und wir haben das System bereits in einer der Fabriken umgesetzt. Es bleibt jedoch noch viel zu tun. Ein Schritt ist die weitere Digitalisierung aller Abläufe. Dies stellt auch eine große Herausforderung dar: Sind alle bereit, ihre Informationen zu den verschiedenen Abläufen mit uns zu teilen? Unternehmen machen sich dabei häufig Gedanken um die Sicherheit. Es liegt also an uns, in den kommenden Jahren unter Beweis zu stellen, dass unsere intelligente Plattform äußerst sicher ist. Eine weitere Herausforderung ist der Umgang mit unvorhergesehenen Ereignissen. Wenn es zum Beispiel aufgrund starker Regenfälle unmöglich ist, Kartoffeln zu ernten, beziehen wir das Produkt dann woanders oder füllen den vorhandenen Platz mit anderen Produkten? Die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer intelligenten IT soll eines Tages Antworten auf diese Fragen ermöglichen. Je nach Wettervorhersagen und historischen Daten werden wir in der Lage sein, genauere Prognosen zu treffen und besser zu planen. Die Plattform ist grundsätzlich bereit und wir werden sie in den kommenden Jahren weiterentwickeln.“