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Die Kartoffelreise der Kipprampe

Hinter den Kulissen der Kipprampe
06 | 06 | 2024

Dieses Jahr, 2023, wurden in nur 17 Tagen 20.000 Tonnen Kartoffeln geerntet und von Bordeaux in den Norden Belgiens gebracht. Dieser Prozess lief ununterbrochen, 24 Stunden am Tag. Die gesamte Ladung transportierte Farm Trans mit 950 Kühl- und 650 Schüttgutanhängern.

 

Die Reise der Kartoffeln

Die Fahrt von Bordeaux nach Belgien dauert zwei Tage. Diese Strecke legen die Kartoffeln in Kühlanhängern zurück. So behalten sie ihre Qualität und die benötigten Kapazitäten lassen sich effizient organisieren. Durch das Kühlen überstehen die Kartoffeln die hohen Temperaturen in Frankreich und die mehrtägige Reise besser. Ungekühlt würden sie schneller verderben, doch mittels Kühlung lässt sich das vermeiden.

Auch preislich ist es günstiger, die Kartoffeln mit Kühlanhängern aus Bordeaux zu holen. Im Schnitt sind auf europäischen Straßen mehr Kühl- als Schüttguttransporte unterwegs und ein Kühllaster kann auf dem Rückweg nach Bordeaux noch eine Sammelladung mitnehmen. So werden die Lkw effizient gechartert.

 

Hinter den Kulissen

Damit dieses Projekt gelingt, ist viel Teamarbeit vonnöten. Allein vor Ort an der Kipprampe sind schon zehn Personen im Einsatz – von administrativen Aufgaben bis zum operativen Teil. Des Weiteren arbeiten die Planungsabteilungen unserer Geschäftsbereiche Temperaturgeführter Transport und Massengüter zusammen, um sicherzustellen, dass genug Auflieger und Lkw bereitstehen.

Allerdings gibt es einen Nachteil beim Einsatz von Kühlanhängern: Das Entladen der Kartoffeln ist schwieriger. Denn diese Auflieger haben im Gegensatz zu Bandwagen und Schubbodenaufliegern keine Entladevorrichtung. Für dieses Problem hat Farm Trans eine innovative Lösung gefunden: die Kipprampe. Sie wurde in diesem Jahr installiert und ermöglicht eine schnellere Abfertigung der Transporter.

 

Die Kipprampe

Wie der Name schon vermuten lässt, wird die Kombination aus Lkw und Auflieger mithilfe einer Rampe gekippt. Die Kipprampe funktioniert folgendermaßen: Der Lastwagen fährt so weit rückwärts auf die Rampe, dass hinten etwa ein Meter übersteht. Das Betriebspersonal der Kipprampe begleitet den Fahrer, befestigt den Trailer an der Rampe und öffnet die Türen des Aufliegers. Das ist nötig, weil die Rampe sehr schmal ist. Zu beiden Seiten des Lkw bleiben nur 20 cm Platz. Dann fährt der Wagen weiter nach hinten und vor den hintersten Rädern des Anhängers werden zwei Platten nach oben geschoben. So wird verhindert, dass der Hänger herunterrollt – eine unverzichtbare Sicherheitsvorkehrung.

Dann beginnt das Entladen: Der Laster wird angehoben und in einem Winkel von 45 Grad gekippt. Die Kartoffeln rollen dadurch aus dem Anhänger in einen Container, der über ein Förderband mit einem Bandwagen verbunden ist. Die Bandwagen werden für den letzten Schritt benötigt, nämlich den Transport der Kartoffeln zur Fabrik. Sobald der Kühlanhänger leer ist, wird die Rampe wieder abgesenkt, die Sicherheitsvorrichtung entfernt und der Lkw kann weiterfahren.

 

Nach 17 Tagen, in denen ununterbrochen Kartoffeln geladen, transportiert und entladen wurden, wurden die Kipprampe und die gesamte Infrastruktur wieder deinstalliert und fürs nächste Jahr vorbereitet. Ab Ende Juli sind die Kartoffelerträge der neuen Ernte in Nordeuropa wieder groß genug und das Projekt somit beendet.